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Erstes Demographic Fact Book
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Erstes Demographic Fact Book
- Werden Youngster zur raren Spezies? HVB legt erstes Demographic Fact Book vor
Welche Märkte bieten in Zukunft noch Wachstumspotenzial? Welche Risiken warten auf künftige Generationen in staatlichen und privaten Altersvorsorgesystemen? Wie wird sich die Nachfrage nach Produkten der Gesundheitsvorsorge entwickeln? In vielen Bereichen des täglichen Lebens - und in nahezu allen Wirtschaftssektoren - spielen demographische Größen eine entscheidende Rolle. Für das 21. Jahrhundert werden demographische Umbrüche erwartet, die noch größer sein dürften als die Veränderungen während der Industrialisierung. Demographische Alterung, die Diskrepanz von starkem Bevölkerungswachstum und Bevölkerungsstagnation in verschiedenen Ländern der Erde und die Bedeutung des sozioökonomischen Umfeldes für die Bevölkerungsentwicklung sind die Themen der Zukunft. Daraus entstehen neue Herausforderungen für Volkswirtschaften ebenso wie für einzelne Wirtschaftsunternehmen. Pünktlich zum 6. Kompetenzkongress, den die HypoVereinsbank am 7. Dezember 2001 in München ausrichtet, legt das Trend-Research der HypoVereinsbank daher sein erstes "Demographic Fact Book" vor.
Der Autor dieses Kompendiums, Andreas Heigl, fasst demographische Basisinformationen, Erklärungen und Interpretationshilfen zu einer umfassenden Darstellung zusammen. Aus den Beobachtungen im Demographic Fact Book lassen sich drei zentrale Thesen ableiten:
1. Demographische Alterung ist ein weltweit zu beobachtendes Phänomen - jedoch mit unterschiedlicher Ausprägung: Deutschland gehört nach Japan, der Schweiz und Italien in die Gruppe der "ältesten Länder" der Welt. Bis zum Jahr 2030 ist mit einer weiteren, deutlichen Alterung zu rechnen: Die geburtenstarken Jahrgänge kommen in das Rentenalter, während die Jugendjahrgänge immer dünner besetzt sein werden. In der Vergangenheit war der Geburtenrückgang, der für die Alterung der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen verantwortlich ist, mit stetig wachsendem Wohlstand verbunden. Doch in Zukunft sorgt er für eine noch nie zuvor gesehene Alterslast und einen möglichen Bevölkerungsrückgang. Das wirkt sich auf vielen Gebieten aus: Die Nachfrage nach Konsumgütern geht zurück, Arbeitskräfte werden Mangelware und nicht zuletzt sinkt durch die geringe Zahl junger Menschen das Innovationspotenzial in Wirtschaft und Gesellschaft.
2. Die demographische Schere zwischen armen Ländern, die ein hohes Bevölkerungswachstum aufweisen und reichen Industrienationen, in denen die Einwohnerzahl stagniert oder schrumpft, öffnet sich weiter. Die Situation ist innerhalb dieser Regionen allerdings durchaus heterogen. So wird die Bevölkerung in den USA wegen eines relativ hohen Geburtenniveaus und hoher Zuwanderung in den kommenden Jahren weiter anwachsen. In den Staaten Mittelosteuropas ist hingegen ein sehr niedriges Geburtenniveau zu verzeichnen. Dort wird es in den kommenden Jahren zu einer demographischen Implosion kommen. Auch in den Entwicklungsländern ist die Situation keineswegs einheitlich: Während das Bevölkerungswachstum in Schwellenländern wie China durch eine rigide Bevölkerungspolitik stark verlangsamt wurde, verzeichnen die Länder Schwarzafrikas und der indische Subkontinent einen enormen Zuwachs. In diesen Ländern besteht die Gefahr, dass der starke Bevölkerungsanstieg jeden ökonomischen Fortschritt rasch wieder zunichte macht. 3. Politische Systeme haben starken Einfluss auf die individuelle Familienplanung. Dass sich politische Umbrüche ganz unmittelbar in der Bevölkerungsentwicklung niederschlagen, lässt sich besonders in den Neuen Bundesländern und in den Staaten Mittelosteuropas nachweisen. Dort hat sich das Geburtenniveau zwischen 1989 und 1991 halbiert und sich von dem Systemschock bis heute noch nicht wieder erholt. Diese Bruchstelle im Altersaufbau wird sich in den nächsten Dekaden bemerkbar machen: Entweder positiv in einer Entlastung des Arbeitsmarktes oder aber negativ als Arbeitskräftemangel.
"Verschiebungen von Bevölkerungsgewichten und -strukturen sind per se nicht problematisch. Wichtig ist aber, dass die sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen rechtzeitig angepasst werden," erklärt Dr. Andreas Heigl, der Autor des Demographic Fact Book.
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