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Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen - Strukturwandel
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Reisen steht in der Gunst der Deutschen weiterhin ganz oben: 1999 erreichten ihre Reiseausgaben mit 86,6 Mrd. DM einen neuen Rekord. Mit einem Plus von 5 % stiegen sie sogar – entgegen den Erwartungen – doppelt so stark wie der private Verbrauch. Diese Aufwärtsbewegung wird im Jahr 2000 noch an Dynamik gewinnen, prognostizieren die Volkswirte der Dresdner Bank in ihrer jetzt vorgelegten neuen Reisestudie. Realistisch sei ein Anstieg der Ausgaben für Auslandsreisen um rund 6 % auf etwa 92 Mrd. DM.
Spanien habe 1999 erstmals Italien vom Spitzenplatz der beliebtesten Reiseziele der Deutschen verdrängt. Österreich liege zwar nach wie vor an dritter Stelle, jedoch vergrößere sich der Abstand zu den vorderen Plätzen von Jahr zu Jahr. Der Trend zur Pauschalreise verstärke sich. Selbst in Spezialbereichen würden inzwischen Pauschalreisen angeboten. Der frühere Individualurlaub werde damit zunehmend zur Massenware mit enormen Preisvorteilen.
Die Umsätze der deutschen Reiseveranstalter und Reisebüros legten auch in der Saison 1998/1999 kräftig zu. Im neuen Reisejahr sei im Branchendurchschnitt ein Umsatzwachstum von 8 bis 10 % zu erwarten. Die Branche befinde sich derzeit in einem rasanten Strukturwandel. In Zukunft werde der Markt durch große integrierte Touristikkonzerne dominiert, die auf allen Wertschöpfungsstufen einer Reise tätig seien. Diese Konzerne richteten sich zunehmend auf den europäischen Markt aus. Die Expansionsstrategie werde über die Kapitalmärkte finanziert; fast alle führenden Touristikkonzerne seien bereits direkt oder indirekt an der Börse notiert. Am Ende des Konzentrationsprozesses dürften nach Einschätzung der Dresdner Bank höchstens fünf große Reisekonzerne stehen.
Der Strukturwandel treffe die Reisebüros besonders stark. Insbesondere die zunehmende Bedeutung des Internets als alternativer Vertriebsweg sowie die Stärkung des Direktvertriebs durch Fluggesellschaften und Reiseveranstalter dürften auf mittlere Sicht dazu führen, dass nur weniger als die Hälfte der derzeit noch vorhandenen Reisemittler am Markt überleben.
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