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Home > Aktuelles > Politik > Clement zur aktuellen Lage am Arbeitsmarkt


Keine Entwarnung am Arbeitsmarkt, die konjunkturelle Belebung hat die Beschäftigungslage noch nicht verbessern können: Die Zahl der Arbeitslosen ist im August gegenüber dem Monat Juli nur um 13.000 zurückgegangen. Das entspricht in etwa zwar dem Durchschnitt (rund 20.000) der Augustmonate der Jahre seit 1999, aber gegenüber dem Vorjahresmonat haben wir es noch immer mit einem Anstieg um 31.000, saisonbereinigt um 24.000 zu tun.

Positiver, aber auch noch längst nicht gut genug ist die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit: Die Zahl der unter 20-jährigen Arbeitsuchenden verringerte sich im August um 4,1 %. Bei den unter 25-jährigen nahm die Zahl der Arbeitsuchenden um immerhin 0,7 % ab.

Noch erhebliche Anstrengungen von allen Partnern des Ausbildungspaktes erfordert die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Aus heutiger Sicht dürfte sich die 'Ausbildungsplatzlücke' zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres am 01. Oktober eher bei 30.000 als bei 20.000 bewegen. Damit kommt der Nachvermittlung in den letzten drei Monaten des Kalenderjahres herausragende Bedeutung zu. Aber das Ziel, jedem Jugendlichen einen Ausbildungsplatz, eine Einstiegsqualifikation oder ein anderes adäquates Angebot machen zu können, ist erreichbar. Dafür spricht vor allem, dass in diesem Jahr erstmals eine durch den Ausbildungspakt vereinbarte, verbindliche Nachvermittlungsaktion mit Kompetenzchecks, dem Angebot von Einstiegsqualifikationen u.a. stattfinden wird.

Eine positive Perspektive: Der Rückgang der Erwerbstätigkeit in Deutschland scheint gestoppt. Dafür spricht jedenfalls, dass der Rückgang der Erwerbstätigen im Durchschnitt der Monate März bis Juni bei nur noch 7.000 lag.

Insgesamt: Es kommt jetzt darauf an, dass sich der Aufschwung festigt und dass auch die Binnenkonjunktur an Fahrt gewinnt.

Dafür spricht, dass nationale und internationale Experten ihre Prognosen aufgrund der positiven Indikatoren nach oben korrigieren.

Die Geschäftslage wurde von den für das ifo-Geschäftsklima befragten Unternehmen im August zuversichtlicher gesehen; die Erwartungen trübten sich trotz des - mittlerweile überwundenen - Rekordhochs der Ölpreise nur geringfügig ein. Die Exporterwartungen der deutschen Unternehmen sind sehr gut, ihre Investitionsneigung nimmt zu. Und die Nachfrage von Zeitarbeitsfirmen - traditionell ein Frühindikator wirtschaftlicher Belebung - steigt. Dies alles zeigt: die Lage wird besser.

Jetzt hängt viel davon ab, dass auch die Konsumenten wieder mehr Vertrauen in den Aufwärtstrend in unserem Land haben. Ein erstes zaghaftes Signal haben wir gestern vom Einzelhandel erhalten: im Juni und im Juli wurde wieder mehr eingekauft als zuvor. Für die zweite Hälfte des Jahres erwartet der Handel sogar eine deutliche Verbesserung. Ich hoffe sehr, dass dies zur Realität wird und erwarte, dass sich die von der Bundesregierung eingeleiteten Reformen und die Konjunkturerholung dann auch spürbar auf den Arbeitsmarkt auswirken.


Das Internetangebot des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit: www.bmwa.bund.de


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